Was wir leisten

Der Einzelhandel ist mit 300 000 Unternehmen und einem Umsatz von rund 577 Milliarden Euro nach Industrie und Handwerk die drittgrößte Wirtschaftsbranche. Binnennachfrage und privater Konsum tragen in zunehmendem Maße zum Wirtschaftswachstum in Deutschland bei, während der Wettbewerb im Handel für stabile Verbraucherpreise sorgt. Tagtäglich kaufen 50 Millionen Verbraucher im deutschen Einzelhandel ein – im Supermarkt und beim Gemüsehändler, im Kaufhaus und im Internet, im Fachhandel und im Shoppingcenter. Der Einzelhandel ist die stärkste Kraft der Binnenwirtschaft.

Grafik zu den Anteilen am nominalen Bruttoinlandsprodukt von privatem Konsum (51%), staatlichem Konsum (23%), Bruttoinvestitionen (20%) und Außenbeitrag (6%).
Grafik zu den Anteilen wirtschaftlicher Leitung des Einzelhandels im Jahr 2020: Bruttoinlandsprodukt (3.332,2 Mrd. Euro), Privater Konsum (1.655,7 Mrd. Euro) und Einzelhandelsumsatz (577,4 Mrd. Euro)

Auch das Jahr 2021 ist für den Einzelhandel wieder ein Jahr der Extreme. Die staatlichen Maßnahmen im Kampf gegen steigende Infektionszahlen haben eine zweigeteilte wirtschaftliche Entwicklung zur Folge. Während der Lockdownhandel – insbesondere der Bekleidungseinzelhandel – drastische Umsatzverluste erleidet, können vor allem Lebensmittelhandel und Onlinehandel ihre Umsätze 2020 deutlich steigern. Die Unternehmen vollführen weitreichende Anstrengungen, um in der Krise bestehen zu können. Geöffnete Betriebe investierten umfassend in Hygienemaßnahmen, um sicheres Einkaufen zu ermöglichen und die Versorgung der Bevölkerung sicher zu stellen.

Grafik zu den Kerndaten des Handels Vergleich der Jahre 2019 und 2020: Einzelhandel +5,7 %, Stationärer Handel +3,9 %, Onlinehandel +20,7 %.

Die Umsätze im Onlinehandel stiegen 2020 laut HDE-Prognose um 21% und damit um rund 12 Milliarden Euro. Ein höheres absolutes Wachstum gab es noch nie. Die Corona-Pandemie hat das Onlinewachstum nicht nur in 2020 enorm beschleunigt. Die Ausgabenabsichten für 2021 deuten darauf hin, dass sich dieser Trend mit leicht nachlassender Dynamik fortsetzt. Dafür sorgen steigende Durchschnittsausgaben und eine deutlich wachsende Zahl von Onlinekunden, insbesondere auch bei den über 60-Jährigen. Zunehmend werden Käufe in Kategorien getätigt, die bisher stationär stattfanden. Der Onlineanteil am Nonfood-Markt liegt z.B. bereits bei über 30%.
Es stellt sich die zentrale Frage, ob diese Umsätze nach der Pandemie in den stationären Handel zurückkommen werden.

Das Shopperverhalten hat sich in der Corona-Krise massiv verändert. Insgesamt kaufen die Verbraucher seit Beginn der Pandemie angesichts weitgehend stabiler Einkommen nicht weniger ein.

Es finden jedoch deutliche Verschiebungen hin zu anderen Vertriebswegen, Betriebsformen und Sortimenten statt. Gleichzeitig hat sich die private Konsumstruktur stark verändert. Während die Ausgaben für Bekleidung und persönliche Ausstattung, Urlaub, Reisen und Gastronomie eingebrochen sind, konnten Sortimente aus Heim, Garten und Freizeit deutlich zulegen.

Der stationäre Handel leidet enorm unter dem pandemiebedingten Lockdown. In der Krise müssen insbesondere kleine und mittelständische Nonfood-Händler digitale und alternative Vertriebswege nutzen, um Umsatzverluste zumindest zu reduzieren sowie den Kundenkontakt zu erhalten.

HDE-Umfragen zeigen: 38% der vom Lockdown betroffenen und befragten Händler nutzen seit Beginn der Corona-Krise alternative Vertriebswege wie Marktplätze, Lieferservices, Click&Collect sowie alternative Wege der Kundenkommunikation. Die meisten stationären Händler nutzen eine Kundenkontaktaufnahme per Telefon oder Mail, Social Media, eigenen Online-Shop (37%) oder digitale Marktplätze (24%). Insgesamt verkaufen 45% der stationären Händler Waren über das Internet. Diese Ergebnisse zeigen, dass eine Zweiteilung in ECommerce und stationären Handel zu eindimensional und nicht zeitgemäß ist. Der Handel in 2021 funktioniert im Omni-Channel.

Als drittgrößte Wirtschaftskraft ist der Einzelhandel einer der größten Anbieter sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze.

Weiterführende Informationen:

https://einzelhandel.de/arbeitgeberhandel 

Der Handel engagiert sich

Einzelhändler*innen und deren Mitarbeiter*innen engagieren sich ehrenamtlich je Unternehmen 138 Stunden pro Jahr. Im Durchschnitt gibt der jeder Einzelhandel 6.800 Euro pro Jahr für gemeinnützige Zwecke aus. Das Engagement des deutschen Einzelhandels inklusive aller Sach- und Geldleistungen beläuft sich nach Schätzungen des HDE auf etwa eine Milliarde Euro im Jahr.

Der HDE informiert

Der private Konsum als wichtigste Kraft der Binnenwirtschaft rückt in den letzten Jahren stärker in den Fokus. Der HDE informiert hier mit ausgewählten Instrumenten über Marktentwicklung und Trends. Damit ist er Ansprechpartner für alle, die an verlässlichen Zahlen und Fakten zum Einzelhandel interessiert sind.

Belastbare Marktdaten sind von hoher Bedeutung für Entscheidungen von Unternehmen und Politik, zudem dienen sie der Information von Öffentlichkeit und Medien. Alle Akteure sind daher auf verlässliche, nachvollziehbare Informationen angewiesen.

KONSUMMONITOR: Studien zum Konsum in Deutschland – Trends und zukünftige Entwicklungen.
www.einzelhandel.de/konsummonitor

KONSUMBAROMETER: Konsumindikator als monatliche Umfrage zur Anschaffungsneigung, Sparneigung, finanziellen Situation.
www.einzelhandel.de/konsumbarometer

ZAHLENSPIEGEL: jährlicher Überblick über die Marktentwicklung im Einzelhandel
www.einzelhandel.de/zahlenspiegel

ONLINE-MONITOR: jährlicher Überblick über die Marktentwicklung im Onlinehandel
www.einzelhandel.de/online-monitor

Initiativen des HDE

Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Handel ist seit 2019 die branchenspezifische Anlaufstelle für kleine und mittlere Unternehmen bundesweit – vor allem im Bereich digitale Transformation. Es gibt Antworten auf Fragestellungen rund um den Handel der Zukunft. Das Kompetenzzentrum bietet anbieterneutrale und kostenlose Workshops, Seminare, Digitalisierungsangebote, Checklisten und Infomaterialien.
Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Handel gehört zu Mittelstand-Digital. Damit unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die Digitalisierung in kleinen und mittleren Unternehmen und dem Groß- und Einzelhandel. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ermöglicht die kostenfreie Nutzung aller Angebote des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Handel.

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Die Klimaschutzoffensive des Handels unterstützt Handelsbetriebe seit 2017 darin, Einsparpotenziale im eigenen Betrieb zu heben, Energiekosten zu senken und damit klimaschädliche Emissionen zu vermeiden. Mit einer umfassenden Webseite sowie vielfältigen, bundesweiten Veranstaltungsangeboten erreicht die Initiative dank eines diversen Kooperationsnetzwerks EinzelhändlerInnen sowohl vor Ort als auch online.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) setzt die Klimaschutzoffensive des Handels in Zusammenarbeit mit dem Berliner Think Tank adelphi um. Die Kampagne wird mit Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert.

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