Neue Beschäftigungsimpulse durch flexible Arbeit und digitale Bildung schaffen

Der Einzelhandel leistet als einer der größten Arbeitgeber und Ausbilder in Deutschland einen wesentlichen Beitrag zum Wohlstand des Landes. Für einen gelungenen Neustart nach der Krise braucht es vor allem ein flexibles Arbeitsrecht, um die Chancen einer modernen Arbeitswelt voll auszuschöpfen. Auch die Tarifvertragsparteien benötigen ausreichend Gestaltungsspielraum, um in Zeiten des digitalen Wandels attraktive Tarifverträge anbieten zu können.

„Kaufleute im Einzelhandel“ und „Verkäufer“ – diese beiden Ausbildungen gehören zu den beliebtesten Berufen in Deutschland. Der Einzelhandel bildet darüber hinaus hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte in 60 Berufen aus. Mit dem neuen Ausbildungsberuf „Kaufleute im E-Commerce“ und der neuen Fortbildung „Fachwirte im E-Commerce“ setzt die Branche zudem national und international Maßstäbe. Damit die Branche auch morgen noch ausreichend Nachwuchs für ihre zunehmend digitalen Geschäftsmodelle findet, muss die Attraktivität der beruflichen Bildung mit ihren guten Karrieremöglichkeiten deutlicher hervorgehoben werden.

Forderungen

  • Flexibilität beim Personaleinsatz durch ein modernes Arbeitszeitgesetz zu schaffen
  • das Erfolgsmodell Minijob durch Anhebung der starren Einkommensgrenze auf 600 € zu retten
  • Gestaltungsfreiheit für die Sozialpartner zu fördern und Tarifautonomie zu stärken
  • die digitale Bildung für die Zukunft voranzutreiben
  • das Erfolgsmodell Berufliche Bildung zu bewerben und (digitale) Berufsorientierung zu unterstützen
  • bedarfsorientiert berufliche Weiterbildung und Ausbildungsunterstützung zu fördern

Positionen

Die Corona-Pandemie und deren Folgen haben Gesellschaft, Wirtschaft und die Arbeitswelt schwer getroffen. Insbesondere Nicht-Lebensmittelhändler kämpfen um ihre nackte wirtschaftliche Existenz.

Zur Position

Die 450-Euro-Minijobs (kurz: Minijobs) sind im Einzelhandel nach wie vor von großer Bedeutung, um etwa die branchentypischen Stoßzeiten und Auftragsspitzen abfedern zu können.

Zur Position

Die Tarifbindung war im Einzelhandel in den letzten Jahren rückläufig. Grund dafür ist ein stark verringerter Gestaltungsspielraum für die Tarifvertragsparteien aufgrund einer zunehmenden gesetzlichen Regulierung.

Zur Position

Nach einem Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichts bedarf es eines hinreichenden Sachgrundes für die Einschränkung des verfassungsmäßig verankerten Sonn- und Feiertagsschutzes.

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Weitere Handlungsfelder

Corona hat die hierzulande bestehenden Strukturschwächen schonungslos offengelegt und den Strukturwandel weiter beschleunigt. Der Handel benötigt politischen Rückenwind, um nach dem Lockdown wirtschaftlich wieder durchstarten zu können.

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Nachhaltigkeit kann und darf kein Eliteprojekt sein.
Wir machen es uns zur Aufgabe, die Breite der Gesellschaft mit allen Einkommensgruppen zu erreichen. An der Schnittstelle zum Verbraucher kommt dem Einzelhandel die besondere Rolle zu, die gestiegene Nachfrage nach verantwortungsbewussten Produkten zu erfüllen und Anreize für nachhaltigen Konsum zu setzen.

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Unsere Innenstädte sind nicht nur ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, sondern auch ein europäisches Kulturgut und ein wichtiger Ort der Begegnung und Identifikation. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Land.

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Corona hat den digitalen Strukturwandel im Handel weiter beschleunigt. Damit die durch die Corona-Krise ohnehin stark belasteten kleinen und mittelständischen Händler angesichts des großen Investitionsbedarfs den Anschluss nicht verlieren, sind sie auf besondere Förderung bei der digitalen Transformation und der Weiterentwicklung der Geschäftsmodelle angewiesen.

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Ein freier und funktionierender Wettbewerb schafft Wohlstand und kommt damit nicht zuletzt auch den Verbrauchern zugute. Schwächere Marktteilnehmer werden durch die bestehende Rechtsordnung bereits effektiv vor ihren mächtigen Wettbewerbern geschützt.

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Was sagen die Händler?

„Die Digitalisierung eröffnet viele berufliche Perspektiven und ganz neue Möglichkeiten der beruflichen Weiterbildung. Die Arbeitnehmer*innen wissen das sehr zu schätzen. Anstelle von starren gesetzlichen Regelungen, die als hinderlich empfunden werden, braucht es Mut zur Flexibilität. Die Politik muss wieder stärker der Selbstverantwortung der Betriebsparteien vertrauen.“

Sandra Widmaier-Gebauer
Vorsitzende des HDE-Ausschusses für Sozial- und Personalpolitik
Otto Group Holding (Direktion Konzern Personal)